| Einst, als die Menschen noch keinen Zucker kannten, gab es
fast keinen slowenischen Bauernhof,
auf dem es neben anderen Haustieren keine
Bienen gab. Honig war der einzige Süßstoff, Wachs jedoch
ein
unentbehrlicher Rohstoff zur Herstellung von Kerzen. Die
Bienen wurden in niedrigen, Holzbienenstöcken
gezüchtet, die längsseitig
in mehreren Reihen dicht nebeneinander gestapelt wurden.
Diese Bienenstöcke werden „Kranjici“ genannt. Für diese errichtete
man im
windgeschützten Bereich des Obstgartens ein kleines Holzhaus,
in dem alle Bienenvölker unter einem Dach
im Winter vor Schnee und Kälte, im Sommer
jedoch vor Sonnenhitze geschützt waren. Aufgrund
einiger Vorteile sind derartige Bienenstände überall in Slowenien
noch heutzutage sehr beliebt und veredeln durch ihr Erscheinungsbild
das Kulturbild der Landschaft. Sie wurden zu
unverkennbaren Elementen unseres Landes, so wie die kleinen
Kirchen auf den Hügeln und die Heuharfen um die Dörfer
herum.
In der Mitte des 18. Jahrhunderts trat auf dem Gebiet des
heutigen Sloweniens, das damals Teil der
Habsburger Monarchie war, eine einzigartige
Volkskunst in Erscheinung: die Bemalung von Bienenstockstirnbrettern. In
dieser Zeit war die Bemalung von bäuerlichen Möbeln
sehr beliebt, es entstanden jedoch auch zahlreiche Glasbilder.
Die glatten Holzbretter auf den Vorderfronten der Bienenstöcke forderten
die damaligen Volkskünstler buchstäblich heraus und so
begannen auf diesen Bilder zu entstehen, die man noch heute
im Imkermuseum in Radovljica bewundern
kann. Die einfachen Bienenstände wurden
richtige Kunstgalerien im Freien.
Bei
diesen versammelte sich Jung und Alt und bewunderte die malerischen
Bilder, die die Ereignisse aus der Geschichte, Geschichten aus der Bibel und die Ereignisse des alltäglichen Dorflebens
darstellten.
Den Bienen ermöglichten die Bilder auf den Bienenstöcken eine bessere Orientierung, dem Imker halfen sie jedoch dabei,
die
Bienenstöcke leichter voneinander zu unterscheiden und sich
so besser zu merken, welcher bereits geschwärmt
war und welcher nicht. Noch
heute findet man einzelne Imker, die ihre Bienenstöcke mit solchen
oder anderen Motiven bemalen. Ihnen ist weder das Geld noch
die Zeit zu schade, da sie dabei von der Liebe zu den Bienen und
der Pflicht zur Tradition der Vorfahren geleitet werden. Die
Kopien der alten Bienenstockstirnbretter stellen heute jedoch ein interessantes touristisches Denkmal dar. |
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