Lebkuchenbäckerei und Kerzenmacherei
Die Lebkuchenbäckerei und Kerzenmacherei sind über 1300 Jahre alte Gewerbe. Honigteig war Jahrhunderte das Material für die eigenartige Schaffenskraft im Rahmen der spezialisierten handwerklichen Tätigkeit, genannt Lebkuchenbäckerei. Anstatt des Ausdrucks Lebkuchenbäckerei findet man auch den Ausdruck Lebzelterei, und zwar nach dem charakteristischen dekorativen Gebäck aus Honigteig, genannt Lebkuchen oder Lebzelten.
Dies ist ein Gebäck mit mittlerer Haltbarkeit in Form von Scheibchen oder figuralem, ornamentalem oder gegenständlichem Figurengebäck. Honigteig wird am häufigsten mit Roggenmehl zubereitet, oft werden dem Honigteig jedoch auch verschiedene Gewürze beigegeben. Lebkuchen, der in Holzmodelle gedrückt wird, wird in Slowenien „Loški mali kruhek“, handverzierter Lebkuchen jedoch „Dražgoški kruhek“ genannt. Lebkuchen haben die Leute vor allem an kirchlichen Feiertagen, sowohl an Hl. Nikolaus, Weihnachten, Neujahr, Heilige Drei Könige und auch auf Jahrmärkten, an verschiedenen Kirchund Namenstagen gebacken. Er eignete sich als Hochzeitsgeschenk, als Gabe bei der Kirchweih und auch als Geschenk in Heimen. An kirchlichen Feiertagen boten ihn die Frauen in Handkörben und größeren Körben im Tal Poljanska dolina und noch südlicher bis Polhov Gradec, im Tal Selška dolina bis Martinj Vrh und Davèa, jedoch auch in Kropa, Radovljica und Bled an. Heutzutage ist dekorativer Lebkuchen mit farbigen Zuckerglasuren am häufigsten. Am bekanntesten ist das sog. Lebkuchenherz mit Spiegel und Gelegenheitsvers in der Mitte. Neben der Lebkuchenbäckerei beschäftigte man sich auch oft mit der Kerzenmacherei, da den Lebkuchenbäckern nach der dreifachen Pressung des Honigs aus der Wabe lediglich das Wachs übrig blieb, das verarbeitet werden musste. Mit Kerzen wurden vor allem Räume in Burgen, Klöstern und Kirchen beleuchtet. Die Kerzenmacher gossen auch kleine Votivfiguren aus Wachs, die die ländliche Bevölkerung in dem Glauben kaufte, sich mit diesen Gesundheit und Glück erflehen zu können. Sie wurden vor allem in großen Wallfahrtsorten gekauft und in die Kirchen gebracht. Auf diese Weise versuchte man zum Beispiel mit dem Motiv Hand oder Fuß die Gesundheit der Gliedmaße, mit der Wachsfigur eines Babys die Gesundheit eines Neugeborenen zu gewährleisten, die Figur eines Ochsen oder einer Kuh sollte die Gesundheit des Viehs sicherstellen, ein Augenpaar eine gesunde Sehleistung, ein spreizbeiniger Frosch stellte jedoch die Gebärmutter dar, die als Motiv in der Zeit der Schwangerschaft einer Frau ein wichtige Rolle spielte. Die Erzeugnisse der Lebkuchenbäcker und Lebzelter sind ein interessantes Reiseandenken.






ZURÜCK
Kolofon