Apitherapie

Es ist bekannt, dass Imker gesunde Menschen sind, dass viele ein hohes Alter erreichen, dass sie die Leistung des Körpers sowie die Klarheit des Geistes bis zum Schluss erhalten. Zu alledem tragen schon die Bienen selbst bei, da sie von ihrem Züchter Konzentration und Gemäßigtheit verlangen. Auch der Duft aus den Bienenstöcken, den der Imker während der Arbeit oder Pause im Bienenstand einatmet, ist angenehm und wohltuend. Noch günstiger beeinflusst jedoch der regelmäßige Genuss von Honig und anderen Bienenerzeugnissen seine Gesundheit, da jeder Imker ihre Zusammensetzung und Eigenschaften gut kennt. Warum sollte er sie nicht genießen, wenn er sie doch stets zur Hand hat, die Gesundheit jedoch unser größtes Gut ist! Er wehrt sich auch nicht übertrieben gegen Bienenstiche. Wir wissen, dass Imker viel seltener an Rheuma erkranken, den Verdienst jedoch Bienensirup daran hat.
Bienenerzeugnisse werden unter den Menschen bereits Jahrhunderte geschätzt. In letzter Zeit hört man oft das Wort Apitherapie. Dies ist die Wissenschaft darüber, wie uns die Erzeugnisse aus dem Bienenstock dabei helfen die Gesundheit zu stärken und zu erhalten. Honig und andere Bienenerzeugnisse sind keine Arzneimittel, jedoch wichtige und nützliche Ergänzungsmittel zur Arznei und Ernährung. Die Ansätze der Apitherapie reichen bereits mehrere Jahrhunderte in die Geschichte zu den alten Zivilisationen zurück. Die Angaben über die Verwendung von Honig stammen aus religiösen Opferungen, die jüngste Niederschrift über ein medizinisches Rezept, dessen Bestandteil auch Honig war, stammt jedoch in etwa aus dem Jahr 2000 v. u. Z. aus Sumer. Heutzutage ist die Apitherapie bereits eine weit anerkannte Wissenschaft,
die die klassische Medizin vorteilhaft ergänzt.
Interessanterweise ist ihr Begründer und Vorreiter der Arzt Dr. Filip Terè (1844– 1917) aus Maribor, der zwar gebürtiger Tscheche war, jedoch den Großteil seines Lebens in Maribor tätig war, wo er auch bestattet ist. Seine Aufmerksamkeit widmete er der allgemeinen ärztlichen Praxis, in der Freizeit beschäftigte er sich jedoch mit Bienen und war lange Zeit sogar Vorsitzender der Niederlassung des Steirischen Bienenzüchtervereins Maribor. Bei einem Patienten stellte er fest, dass seine rheumatischen Beschwerden geringer waren, wenn er von Bienen gestochen wurde. Deshalb vertiefte er sich in die Forschung des Einflusses von Apitoxin (Bienengift) auf einen gesunden bzw. erkrankten Organismus.
In seinem Leben heilte er von 658 Fällen gleich 543 Patienten mit Erfolg. Er behandelte sie, indem er auf die erkrankten Stellen Bienen setzte, die ihre Stachel in die Haut des Patienten stachen und ihr Gift abgaben. Über seine Erfolge schrieb er auch in Fachzeitschriften und erregte durch diese in internationalen Ärztekreisen eine große Aufmerksamkeit.
Dr. Filip Terè schrieb sich sowohl in die Geschichte der slowenischen Medizin als auch der slowenischen Imkerei ein und mit ihm können wir Slowenen uns vor der Welt rühmen. Wir sind besonders stolz darauf, dass sein Geburtsdatum, der 30. März, zum Welttag der Apitherapie wurde. In Slowenien betrat Medex das Neuland im Bereich der Apitherapie bereits vor Jahrzehnten, da dieser im Rahmen der Weltorganisation der Imker Apimondia gleich drei internationale Tagungen zu diesem
Thema vorbereitete. In der Neuzeit stellte sich Medex jedoch mit neuen Erzeugnissen und vor allem mit einer originellen Verpackung für Honig unter Beweis. Auf dem Kongress von Apimondia in Irland erhielt Medex gerade für seine einfallsreiche
Verpackung drei Höchstauszeichnungen – die Gold-, Silber- und Bronzemedaille.
Im Rahmen des Slowenischen Bienenzüchterverbandes nahm die Kommission für Apitherapie vor kurzem ihre Tätigkeit auf, in welcher sowohl Ärzte als auch erfahrene Imker vertreten sind. Das Ziel der Kommission besteht darin, die Ergebnisse der wohltuenden Wirkung von Bienenerzeugnissen auf den menschlichen Organismus noch mehr als bisher auch in die Praxis zu übertragen, da dies unser touristisches Angebot noch zusätzlich bereichern würde. Ein Bienenstich kann jedoch für manch einen gefährlich sein oder sogar zum Verhängnis werden. Derart soll auf jeden zweihundertsten Einwohner von Slowenien eine Person kommen, die derart empfindlich auf Bienengift reagiert, dass sie nach einem Bienen-, Wespen- oder
Hornissenstich ärztliche Hilfe aufsuchen muss. Deshalb müssen diejenigen Besucher, die die Bienen vor den Bienenstöcken oder den Imker bei der Arbeit mit diesen beobachten möchten, mit Schutzkappen und Schutzhandschuhen ausgerüstet werden. Es ist jedoch gut, wenn der Imker auch stets eine entsprechende Erste Hilfe zur Hand hat.




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