Im Land des Edeltannenhonigs - Postojna–Pivka–Cerknica–Burg Snežnik
Einst wuchsen auf den Felsheiden des Karstes zahlreiche gut duftende Sträuchlein Bohnenkraut oder Bergbohnenkraut (Saturea montana), die den dortigen Bienen von Zeit zu Zeit eine gute Herbstweide gewährleisteten. Durch die Begrasung der Karstlandschaft haben sich auch die Flächen mit Bohnenkraut stark verkleinert, so dass die Besonderheit des Karstes inzwischen Honig der Felsenkirsche (Prunus mahaleb), der Verwandten der Vogel-Kirsche, mit einzigartigem Geschmack ist. In der Nähe von Kobjeglava, das durch die Trockenanlage von Parmaschinken bekannt ist, befindet sich ein natürlicher Standort von Salbei (Salvia officinalis). Direkt neben diesem hat jedoch der Imker und Reiseleiter Herr Jožef Švagelj aus Štanjel den Standort seiner transportablen Bienenstöcke.
Der Karst, die malerische Landschaft zwischen der Bucht von Triest und dem Vipava-Tal, ist auf der Oberfläche mit Olivengärten und Rebland bepflanzt, verbirgt jedoch tief in seinem Inneren außerordentlich schöne Karsthöhlen, Gruben, Karsttrichter usw. Die Kenner behaupten, dass es auf dem Gebiet von Slowenien gleich 11000 unterirdische Erscheinungen, Höhlen und Senken gibt und dass es nirgendwo anders auf der Welt etwas Ähnliches gibt.
Die fleißigen Einheimischen können sich mit Parmaschinken und einem ausgezeichneten Teran rühmen.

In Slowenien werden ca. 2000 Tonnen Honig pro Jahr gewonnen. Diese Menge reicht für den Inlandsbedarf aus, weshalb kein Import erforderlich ist. Wenn die Fichte und Tanne reichlich Honig tragen, treten Überschüsse in Erscheinung, so dass auch etwas Honig exportiert werden kann. Unser Edeltannen- und Fichtenhonig hinkt laut den Eigenschaften überhaupt nicht dem Honig hinterher, den deutsche Imker im Schwarzwald oder schweizerische Imker in den Jura-Wäldern entdeckeln. Der Großteil der slowenischen Imker gehört zur Kategorie der Bienenfreunde. Sie züchten also eine kleinere Zahl an Bienenvölkern, die Bienenzucht stellt für sie jedoch hauptsächlich eine nutzbringende Freizeitverbringung dar. Trotzdem gewinnen wir soviel Honig! Das ist im Grunde genommen etwas Außerordentliches, insbesondere wenn man bedenkt, dass fasst alle westlichen Länder, in denen es viel mehr Berufsimker gibt als bei uns, den Großteil des Honigs importieren müssen.
Und noch etwas dürfen wir nicht vergessen! Der Bestäubungswert ist mindestens zehnmal größer als der Wert aller Bienenerzeugnisse.
Aufgrund des kargen Karstbodens, des häufigen Borawindes und der Trockenheit im Sommer kennen die Imker des Karstes keine Rekorderträge, weshalb ihr Honig jedoch umso aromatischer und wohlschmeckender ist, ähnlich wie der Parmaschinken und Teran.

INTERESSANTHEITEN DER BIENENZUCHT
Imkerei Kristanèiè in Plešivo in Brdo bietet eine Auswahl an Honigsorten aus Brda an.
* Imkerei Šivic in Šempas bei Nova Gorica, bekannt durch die Sammlung an Miniatur-Bienenständen und die Fotogalerie.
* Imkerei Švagelj in Štanjel mit großer und bunter Auswahl an Bienenerzeugnissen.
* Imkerei Štok in Povir mit berühmtem Karstbienenstand aus Stein. ? Imkerei Atelšek in Povir stellt den Karsthonig vor.
* Imkerei Kozloviè in Škocjan bei Koper.
* Imkerei Markoèiè in Koper.
* Imkerei Starc in Smokvice bei Graèišèe.

EINE BESICHTIGUNG WERT
Vipava – Zentrum des Vipava-Tals, dem Land der Sonne, Kirschen und des Weins. Die Stadt ist unterhalb des Hanges von Nanos zusammengedrückt, in diesem befinden sich die Quelle des Flusses Vipava unterhalb von Skalnica, das schöne Barockschloss der Lanthierie und die Pfarrkirche d. hl. Stefan mit vornehmen Fresken. Dort lebten zahlreiche bekannte Slowenen, unter diesen auch der Komponist Stanko Premrl, der die slowenische Hymne komponiert hat.
Štanjel – eines der schönsten Karstdörfer, wundervoll erhaltene mittelalterliche Siedlung, außerordentliches urbanistisches Denkmal, dessen Anfänge weit in die Vergangenheit, in die Hallstattzeit zurückreichen. Spaziergang durch das Dorf und Besichtigung der reichen Sammlung des anerkannten Malers und Graphikers Lojze Spacal.
Kobjeglava – Besuch der Parmaschinkenfabrik. Während der Verkostung anerkannter Produkte und bei einem Gläschen echten Terans werden ihnen die Einheimischen gerne das Verfahren und die Methode der Reifung dieser Karstspezialität vorstellen.

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